Kultur

Medienlandschaft

Aus dem ursprünglichen Staatsmonopol ist eine höchst lebendige Medienszene entstanden. Heute zählt man im Senegal 7 Fernsehkanäle, 18 Tageszeitungen, 15 Wochen- und Monatszeitschriften, mehrere Nachrichteninternetportale, 25 Radiostationen, davon 3 staatliche und 22 private und um die 60 sog. „Radio communautaires“, lokalen Radiostationen, die nur auf Kommunalebene empfangen werden. (Diese Zahlen sind als Abbild der Medienszene in einer ständigen Fluktuation begriffen).

Dazu kommt als besonderes Kennzeichen der Medienlandschaft eine Konzentration an großen privaten Medienkomplexen wie Sud Communication, Futurs Médias, Walfadjiri und Avenir Communication.

Nach der Liberalisierung der Fernsehlandschaft gibt es neben den staatlichen Sendern RTS, dem Schwestersender 2StV noch die Privatkanäle Walf TV, RDV und Canalinfo. Im September 2010 ging der Fernsehsender TFM des senegalesischen Popstars Youssou N’dour nach mehr als zweijährigen Querelen und politischen Einflussnahmen auf Sendung.

Zu den wichtigsten Tageszeitungen gehören die regierungsnahe Soleil und die kritischen Blätter Sud Quotidien, Wal Fadjiri und Le Quotidien. Weitere Titel sind 24 Heures Chrono, L’Actuel, L’As, Frasques Quotidiennes, Info 7, Le Matin, Le Messager, L’Observateur, Le Point, Le Populaire (Pop), Le Journal, Scoop, Stades (Sportzeitung), Enquête und Thiof.

Ein besonderes Kennzeichen dieser Tagespresse ist die weite Verbreitung einer Popularpresse (As, Pop, Scoop und andere), die die wichtigsten innenpolitischen Nachrichten mit einer breiten Lokalchronik, Sensationsnews und Blood & Crime vermischt.

Dazu gibt es Internetportale, die Zeitungsartikel aus den bekannten senegalesischen Tageszeitungen, eigene Analysen, Fernsehmitschnitte und Livestreams von Radiosendern anbieten:

seneweb

Xibar (Wolof: «Neuigkeit») Rewmi (Wolof: «Das Land») Xalima (Wolof: «Die Feder»)

Zu den beliebtesten privaten kommerziellen Radiosendern gehören Sud FM, Walfadjri und RFM. Sie senden gleichermaßen auf Französisch wie der wichtigsten einheimischen Sprache Wolof, sowie gelegentlich einzelne Sendungen in anderen einheimischen Sprachen.

Seit Anfang der 90er Jahre haben sich die sog. „radios communataires» sprunghaft vermehrt. Sie sind auf ein enges geographisches Gebiet begrenzt, dienen der Verbreitung lokaler Nachrichten und senden in den im Einzugsgebiet verbreiteten einheimischen Sprachen.

Die Verbreitung elektronischer Medien ist relativ hoch, es gibt eine Vielzahl von Internetportalen aber auch politischen Blogs, die der großen Gemeinschaft der AuslandssenegalesInnen eine enge Anbindung ans Heimatland erlauben aber auch im Inland intensiv genutzt werden. Die nationale Fernmelderegulationsagentur gibt für das Jahr 2017 den Anteil der InternetnutzerInnen an der Gesamtbevölkerung von 58 % an.

Es gibt im Übrigen eine Suchmaschine, die internationale Nachrichten mit dem Stichwort Senegal auflistet und auf die sich ein gelegentlicher Blick lohnt.

Pressefreiheit

Die Vielfalt der senegalesischen Medienszene wie auch ein Blick auf die kritischen Leitartikel und Kommentare lassen den Senegal auf den ersten Blick wie ein Paradies der Meinungsfreiheit aussehen. Das Land wird, nach fallender Tendenz der vergangenen Jahre, aktuell nicht unerheblich verbessert eingestuft, wie z.B. in der Rangliste von Reporter ohne Grenzen, in der der Senegal im Jahr 2020 Rang 47 von 180 untersuchten Ländern belegt (zwei Ränge hinter den USA), dem kritischen African Media Barometer 2013 der FES oder auch im Media Sustainability Index (MSI) von IREX.

Nachdem Journalisten frei und transparent über die vorletzten Präsidentenwahl berichten konnten und der Ankündigung Salls, Pressedelikte endlich zu entkriminalisieren, war der Senegal im Pressefreiheitsindex 2012 von Reportern ohne Grenzen zunächst um 16 Plätze nach oben auf den 59. Platz gewandert. Doch die Verurteilung des Journalisten El Malick Seck im Dezember 2012 ließ erneut Zweifel an der Verabschiedung des seit 2010 angekündigten Pressegesetzes aufkommen und der Senegal war in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgefallen. Nach langwierigen Beratungen wurde dieses Gesetz schließlich Mitte 2017 verabschiedet.

2008 und 09 waren besonders bittere Jahre für die senegalesischen Medien, im Besonderen für die Presse. Senegalesische JournalistInnen wurden mit körperlichen Übergriffen, Vorladungen und sogar Verurteilungen zu Gefängnisstrafen traktiert. Dazu sind die Rahmenbedingungen des Metiers denkbar schlecht: die schlechte Ausbildung und Bezahlung der JournalistInnen macht sie angreifbar für Manipulationen. Es gibt eine gewisse Tendenz zur Autozensur in den Medien, mehr allerdings im wirtschaftlichen oder religiösen als im politischen Bereich.

2009 gab es einen aufsehenerregenden Zwischenfall, als die Anhänger eines religiösen Führers den privaten Fernsehsender Walf TV verwüsteten und Journalisten verletzten – die Schuldigen sind bis heute nicht zur Verantwortung gezogen worden.

Dennoch äußern sich kritische JournalistInnen in der Öffentlichkeit, sind in Gewerkschaften, (z.B. SYNPICS) und Komitees (Comité pour la défense et la protection des journalistes – CDPJ) organisiert und veranstalten öffentlichkeitswirksame Protestmärsche.

Bildung

Der Bildungssektor ist mit vielen Problemen behaftet. Auf dem World Education Forum im April 2000 in Dakar beschloss die internationale Staatengemeinschaft den Dakarer Aktionsrahmen, einen internationalen Aktionsplan, der die allgemeine Grundbildung bis 2015 erreichen wollte. Zur Erreichung dieses Ziels beschloss die Regierung einen ambitionierten Zehnjahresplan, der durch die Fast Track Initiative (heute Global Partnership for Education) der großen Geber, wie z.B. Weltbank, unterstützt wurde. schon seit dem Jahr 2005 machen die Ausgaben für das Bildungswesen 40 % des Staatshaushaltes aus. Die Wirkung dieser hohen Investitionen wird als weitgehend unzureichend eingestuft.

Im jährlich neu aufgelegten Global Education Monitoring Report findet sich eine Fülle von Informationen weltweit, in der Regionalübersicht für Afrika aus dem Jahr 2015 Informationen, die den Kontinent betreffen und genaue Angaben über die Erreichung der Teilziele der einzelnen Staaten.

Das Regelschulwesen orientiert sich am französischen System. Es besteht aus der sechsjährigen Grundschule und einer siebenjährigen Mittel- und Sekundarschule. Seit einigen Jahren gibt es auch verstärkte Bemühungen um das Vorschulwesen.

Die Unterrichtssprache ist Französisch, eine Sprache, die vom Großteil der Kinder nicht beherrscht wird, was naturgemäß große Verzögerungen und Verluste im Lernprozess bedeutet. Die Einführung der Nationalsprachen in den Unterricht ist allerdings, trotz in der Regel besserer Resultate bzw.

Übertrittsquoten von Kindern, bis heute auf einige zaghafte Schulversuche beschränkt.

Das Schulwesen (wie auch das Universitätswesen) ist seit Jahren von monatelangen Streiks gezeichnet. Präsident Macky Sall ernannte die Sanierung des Schulsystems zu einer seiner obersten Prioritäten, doch auch die letzten Schuljahre waren wieder von zahlreichen Streiks geprägt.

Neben den französischsprachigen Regelschulen spielen auch Koranschulen, in denen eine Koranunterweisung und Arabisch-Alphabetisierung erfolgt, eine wichtige Rolle. Es gibt Bemühungen von offizieller Seite, die Koranschulen, gemeinsam mit fortschrittlich denkenden Marabouts, zu modernisieren, doch ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde im Frühjahr 2015 nach Protesten religiöser Führer zurückgezogen. In den sogenannten «daaras modernes» wird neben Arabisch auch noch Französisch und oft eine Nationalsprache gelehrt, was den Kindern später den Umstieg in eine Regelschule oder eine moderne Berufsausbildung ermöglichen soll. Neben vielen korrekt geführten Koranschulen gibt es jedoch unzählige «daaras», in denen schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen auf der Tagesordnung stehen. 

Viele Eltern aus ruralen Gebieten oder aus den Nachbarländern übergeben ihre männlichen Nachkommen in die Obhut eines «Marabouts», wo diese unter katastrophalen Bedingungen leben, oft misshandelt und zum Betteln   auf die Straße geschickt werden. Seit Jahren gibt es Lippenbekenntnisse gegen diese Entgleisungen anzukämpfen, gleichzeitig ruft ein Rütteln am Status quo stets wütende Proteste einzelner religiöser Führer hervor. Nach einem Brand mit zahlreichen Todesopfern in einer Koranschule im März 2013, kündete der Präsident an, die Straßenbettelei entschlossen bekämpfen und Koranschulen, die nicht der Norm entsprechen, schließen zu lassen. Doch bis heute ist das Straßenbild Dakars und anderer großer Städte von bettelnden «Talibés» (Schülern) geprägt.

Bis 2007 erfolgte die Hochschulbildung im Senegal durch zwei staatliche Universitäten, die Université Cheikh Anta Diop in Dakar und die Université Gaston Berger in St. Louis. 2007 kamen drei sogenannte Regionaluniversitäten in Ziguinchor, Thies und Bambey dazu, die allerdings noch mit großen Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen haben. Dazu gibt es noch einige staatliche Fachhochschulen und eine Vielzahl an Privatuniversitäten, die in den letzten Jahren in Dakar aus dem Boden schossen.

Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, dass gerade 6 % der Senegalesen eine postsekundäre Ausbildung beginnen. Dafür ziehen die Universitäten Dakars Studenten aus dem gesamten frankophonen Afrika und den Maghrebstaaten an.

Kultur und Kunst

Die kulturellen Wertvorstellungen des Senegals und Mitteleuropas unterscheiden sich erheblich und es kommt gerade zu Beginn eines Aufenthaltes unausweichlich zu interkulturellen Missverständnissen. Neuankömmlinge verletzen fast unabwendbar mehr als einmal die kulturellen Gepflogenheiten ihres Gastlandes und es ist nützlich, die wesentlichen Unterschiede zwischen der senegalesischen und einer westlichen Kultur zu kennen und wichtige Verhaltenstipps zu berücksichtigen.

In der Regel lassen es einen die Senegalesen nicht merken, wenn man sich in ihren Augen unangemessen verhält, zu hoch werden Werte wie Höflichkeit und «Teranga» (die traditionelle senegalesische Gastfreundschaft) geschätzt. Es ist immer gut, wenn europäische Neuankömmlinge schon früh FreundInnen oder Bekannte finden, denen auch westliche Lebensweisen vertraut sind und zu denen das Vertrauensverhältnis groß genug ist, dass sie einem dabei helfen, wesentliche  kulturelle Hürden zu umschiffen.

Die senegalesische Kunst- und Kulturszene ist höchst lebendig und vielfältig. Von staatlicher Seite gibt es nur wenig Unterstützung, doch eine Vielzahl internationaler Stiftungen und ausländischer Geber wie auch einige panafrikanische Programme finanzieren kulturelle Aktivitäten. Neu ist das Museum der schwarzen Zivilisationen in Dakar, welches als erstes Museum seiner Art die Schaffenskraft schwarzer Zivilisationen zeigt.

Am bekanntesten im Ausland ist die senegalesische Musikszene mit dem Weltstar und heutigen Minister für Kultur und Tourismus Youssou Ndour, dem „König des Mbalax“. Diese Popmusik ist im Senegal sehr beliebt. Bei den jungen Menschen ist auch HipHop en vogue, neben New York und Paris gilt Dakar als die Stadt mit der größten Dichte an HipHop-Crews. Daneben bleibt die traditionelle Musik fixer Bestandteil des Lebens, Griots animieren Familienzeremonien oder Frauen engagieren Perkussionisten für traditionelle Tanzabende (Sabars).

Traditionelle Tänze sind ebenfalls fixer Bestand verschiedener Zeremonien und somit des Alltags, daneben hat der Senegal aber auch eine recht lebendige Szene mit modernen Tanzkompanien und beherbergt alle zwei Jahre das Tanzfestival „Kaay Fecc“ (Wolof: Komm tanzen).

Die frankophone Literatur des Senegal genießt ebenfalls einen hohen internationalen Ruf, angefangen bei den Pionieren wie Ousmane Sembène, Mariama Bâ, Aminata Sow Fall, Léopold Sédar Senghor bis hin zu jüngeren VertreterInnen wie der auch in Deutschland viel rezipierten Fatou Diome oder der in Frankreich aufgewachsenen Franko-Senegalesin Marie Ndiaye, die 2009 den renommierten französischen Literaturpreis Prix Goncourt verliehen bekam.

Natürlich bleibt Literatur in einem Land mit einer so hohen Analphabetenquote eine egalitäre Angelegenheit; Ousmane Sembène erklärte damit etwa seine Abkehr von der Literatur hin zum Kino.

Das senegalesische Kino wird im Ausland vor allem mit den Namen Ousmane Sembene und Djibril Diop Mambety verbunden, doch auch jüngere Vertreter wie Moussa Touré oder Moussa Sène Absa landeten internationale Achtungserfolge. Leider ist es für junge Talente mangels einer konsequenten Filmförderung fast unmöglich nach oben zu kommen und es gibt auch kaum mehr Kinosäle, die einheimische (oder auch ausländische) Filme zeigen könnten.

Theateraufführungen, zumeist volkstümliche Komödien oder seltener didaktisches oder Agitationstheater, finden vor allem in den Nationalsprachen statt. Viele dieser Truppen vertreiben ihre Produktionen über VCD-Kassetten auf den Straßen (und sind dabei, ebenso wie Film- und Musikindustrie, mit einer wuchernden Piratenindustrie konfrontiert).

Das unter Senghor erbaute Nationaltheater Daniel Sorano steht meistens leer, dennoch wurde 2011 der Bau eines neuen gigantischen Nationaltheaters mit chinesischer Finanzierung fertig gestellt, eines der Prestigeprojekte und zu erbauenden «7 Wunder» des Ex-Präsidenten Wade.

Die bildende Kunst ist ebenfalls stark vertreten. Oft ähneln sich die Werke und Stile für ein modernes Kunstverständnis zu sehr, doch es gibt auch einige wirklich interessante KünstlerInnen, deren  Ateliers Interessierten in der Regel offenstehen. Künstler wie Soly Cissé, Kan-Si, Mamadou Ndoye Ndouts oder Piniang stellen auch häufig in Europa aus; Urväter wie Ousmane Sow oder Iba Ndiaye müssen einer kunstinteressierten Öffentlichkeit nicht mehr vorgestellt werden.

Eines der wichtigsten Kulturereignisse ist die Biennale für zeitgenössische afrikanische Kunst, die KünstlerInnen und JournalistInnen aus der ganzen Welt nach Dakar holt.

In der offiziellen Kulturpolitik findet sich wenig Platz für die Förderung junger unabhängiger KünstlerInnen, sondern man bemüht sich um   die Realisierung gigantischer Projekte wie die oben genannten 7 Wunder, der Neuauflage des Festival Mondial des Arts Nègres, das nach unzähligen Verschiebungen endlich im  Dezember  2010 stattfand (und dessen finanzielle Gebarung wie viele andere Projekte der Ära Wade heute vor einer Überprüfung steht) oder dem Bau  einer 50 m hohen Statue der „afrikanischen Wiedergeburt“ nach den Entwürfen des Ex-Präsidenten Wade. Nichtsdestotrotz gibt es eine lebendige und rege Kulturszene.

Religion

Die Religion ist im Senegal omnipräsent und spielt eine wichtige Rolle im Leben der Menschen. 95 % der Menschen sind Muslime, 4 % Christen und 1 % Angehörige traditioneller Glaubensrichtungen (Animisten). Elemente aus diesen traditionellen Anschauungen wie Ahnenverehrung und magische Praktiken und Riten sind jedoch bis heute tief verwurzelt und werden quer durch die Religionen praktiziert. Gerne kolportieren die Senegalesnen selbst das Bonmot, dass es im Senegal 95 % Muslime, 5 % Christen, jedoch 100 % Animisten gebe.

Eine Besonderheit des Islam im Senegal ist seine Prägung durch Sufi-Bruderschaften. Fast jeder Gläubige gehört einer Bruderschaft an. Die wichtigsten sind die Tijanes, die Mouriden, die Kahdriya, die Layennes und die Niassine.

Eines der mit mehreren Millionen Besuchern weltweit größten Pilgerfeste ist der Grand Magal in Touba zu Ehren des Gründers der Bruderschaft der Mouriden, Cheikh Amadou Bamba. Dabei bilden die Bruderschaften Parallelstrukturen von großer wirtschaftlicher und politischer Macht. Dies geht so weit, dass jeder neue Regierungschef zunächst den großen religiösen Familien seine Aufwartung macht. Früher gaben die religiösen Führer in der Regel vor den Wahlen eine Wahlempfehlung ab und entschieden damit de facto die Wahlen, inzwischen gibt es immer weniger dieser direkten „ndigëls“, hingegen immer öfter Marabouts, die sich direkt politisch engagieren oder aktiv in die Politik einmischen. Als Beispiele dienen die einflussreichen mouridischen Marabouts Modou Kara Mbacké, Gründer der Parti de la Vérité de Développement, im allgemeinen Sprachgebrauch aber nur Parti de la Vérité de Dieu genannt, also Partei der göttlichen Wahrheit – von seinen zumeist jungen Anhängern fanatisch verehrt, von vielen anderen für seine demokratiebedenklichen Äußerungen und paramilitärischen Schutztruppen gefürchtet.

Die Marabouts nehmen eine eminent wichtige Rolle in der senegalesischen Gesellschaft ein, sei es als wichtige religiöse Führer, die den Koran auslegen und erklären, sei es der „kleine Marabout“ um die Ecke, der Amulette herstellt und Beschwörungen und magische Riten vollzieht.

Was Islam und Christentum im Senegal  auszeichnet, ist ihr friedvolles Miteinander. Christen und Muslime leben in friedlicher Nachbarschaft, besuchen und beschenken sich zu den jeweiligen Feiertagen (sowohl muslimische als auch christliche Feiern sind gesetzliche Feiertage) und Ehen über die konfessionellen Grenzen hinweg sind keine Seltenheit, sodass es in fast allen Familien auch Mitglieder der anderen Konfession gibt. Natürlich geht das bei einer so überwältigenden Mehrheit, wie der muslimischen, nicht ganz ohne unterschwellige Konflikte und die Christen klagen oft über eine gewisse Diskriminierung und verfügen über schon allein zahlenmäßig geringere Seilschaften. Leider schürte auch Ex-Präsident Wade, wie z.B. im Dezember 2009, durch unbedachte Äußerungen die Spannungen. Dennoch aber ist das interreligiöse Miteinander im Senegal beispielhaft.

Der Bericht über internationale Religionsfreiheit des amerikanischen Außenministeriums stellt dem Senegal ein tadelloses Zeugnis aus. Die Laizität des Staates und das freie Recht auf Religionsausübung sind in der Verfassung festgeschrieben.

Der Autor der Landesinfo vom Senegal ist Alexander Ohle. Er studierte Geographie, Politische Wissenschaft und Entwicklungssoziologie. Nachdem das Länderportal im Juli 2021 haben wir mit der GIZ die Fortführung auf unseren Tourismusseiten besprochen. Wir freuen uns über Anregungen und Bildmaterial.